4. Juni 2026 · 4 min de lectura
Markisen und Klimageräte an der Fassade: was geht und was nicht
Die Hitze kommt und neue Geräte und Markisen tauchen auf. Und mit ihnen die immer gleiche Diskussion: darf ein Eigentümer das ohne zu fragen anbringen?
Der Ausgangspunkt: die Fassade ist Gemeinschaftseigentum
Auch wenn die Markise von einem Eigentümer bezahlt wird und nur ihm Schatten spendet: die Fassade ist Gemeinschaftseigentum. Sie zu verändern ist keine Einzelentscheidung. Daraus folgt alles Weitere.
Was Gemeinschaften üblicherweise erlauben
Viele Gemeinschaften beschließen in der Versammlung einen einheitlichen Standard: gleiches Modell, gleiche Farbe, gleiche Position für alle. Das ist die vernünftige Lösung, weil:
- Es dem Eigentümer Sicherheit gibt, was er ohne Nachfrage anbringen darf.
- Es verhindert, dass die Fassade zum Musterkatalog wird.
- Es der Gemeinschaft Einzelstreitigkeiten erspart, die immer schlecht enden.
Hat Ihre Gemeinschaft keinen solchen Standard beschlossen, ist das vermutlich der lohnendste Tagesordnungspunkt des Jahres.
Klimageräte
Gleiches Prinzip, mit zwei praktischen Feinheiten:
- Wo das Außengerät sitzt, ist wichtig: Innenhof, Straßenfassade und Dach sind nicht dasselbe, weder ästhetisch noch beim Lärm.
- Tropfwasser und Geräusche können unabhängig von der Optik Haftung gegenüber betroffenen Nachbarn auslösen.
Wenn es schon ohne Genehmigung hängt
Zuerst: nicht frontal vorgehen. Eine schriftliche, höfliche und dokumentierte Aufforderung löst die meisten Fälle. War der Standard beschlossen und ist er vernünftig, steht die Gemeinschaft gut da; wurde nie etwas beschlossen und hängen zehn weitere Geräte genauso, lässt sich die Forderung gegen einen Einzelnen kaum halten.
Was dem Vorsitz Zeit spart
Den Standard beschlossen zu haben, schriftlich und für alle zugänglich. Damit erübrigen sich 90 % dieser Gespräche.
Und liegt etwas in einem denkmalgeschützten Gebäude oder in der Altstadt, klären Sie es vorher mit der Gemeinde: dort geht das Baurecht allem vor, was die Gemeinschaft beschließt.
Hören Sie auf, übers Verwalten zu lesen. Probieren Sie es aus.
Betreten Sie eine Beispielgemeinschaft, in der alles funktioniert, und testen Sie selbst.